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Neue und traditionelle Kinderlieder

Streit um den See

Eine Libelle mit Namen Lulur
war die Königin am See,
ihr Rücken war samtner Purpur,
die Flügel silbernweiß, fast wie Schnee.
Sie sprach mit den Fliegen, den Fröschen, dem Schilf, einer Ente und dem Aal,
der schwamm in der Tiefe des Sees und war doch so lang wie ein Schal.

Da kam die laute Frau Tube
und sagte: „Ich bau mir hier ein Haus.
Ich baggere mir eine Riesengrube,
das Wasser aus dem See, das lass ich raus.“
Es weinten die Fliegen, die Frösche, das Schilf, die Ente und der Blei,
der schwamm in der Tiefe des Sees, macht Blubb … und dacht’ sich nichts dabei.

Da schwirrte mutig die Libelle
alleine in den Bundestag.
Ihr Stimmchen vor dem Mikro klang so helle:
„Ich wünsche einen guten Tag.
Ich spreche für die Fliegen, die Frösche, das Schilf, die Ente und den Hecht.
Wir alle lieben diesen See und ein See ohne Wasser ist doch schlecht.“

Da wurde auch Frau Tube aufgerufen
und zu ihrem Plan befragt.
„Ich bau’ mir mit tausend Marmorstufen
ein Riesenhaus, das hab ich doch gesagt.
Und all die Fliegen, die Frösche, das Schilf, die Ente und der Aal,
die sind, wenn ich an meine Kinder denke, mir irgendwie auch schnurz und piepegal.“

Der Fall kam schließlich vor Gerichte
und weise sprach die Richterin:
„Frau Tube darf im Sommer gratis zelten,
das Wasser in dem See doch das bleibt drin!“
Das freute sehr die Fliegen, die Frösche, Frau Tube, ihre Kinder und den Barsch.
Und wenn sie dann im Sommer baden gingen, sah man ihren nackten …
Zeh.
Ende gut, alles gut am See.